Die Geschäftsführerin von NUMO, Olena Podobed-Frankivska, war zu Gast im Ukrainischen Radio. Gemeinsam mit dem Moderator Vladislav Krasnitsky sprach sie über die Beteiligung junger Menschen am Gemeinschaftsleben, Migrationsabsichten und ihre Zukunftsperspektiven in der Ukraine. Grundlage des Gesprächs waren die Ergebnisse der Studie „Interessen und gesellschaftliches Engagement der ukrainischen Jugendlichen“, die NUMO gemeinsam mit dem Charkiwer Institut für Sozialforschung durchgeführt hat.
Eines der zentralen Themen war die Beteiligung junger Menschen an Entscheidungsprozessen. Den Ergebnissen der Studie zufolge glauben nur 9 % der jungen Menschen, tatsächlich Einfluss auf Entscheidungen staatlicher Stellen nehmen zu können. Gleichzeitig bleibt die Beteiligung am Gemeinschaftsleben für viele eher symbolisch, während bestehende Beteiligungsmechanismen entweder kaum bekannt sind oder jungen Menschen nicht das Gefühl vermitteln, tatsächlich etwas bewirken zu können.
Ein weiteres Thema der Sendung war das gesellschaftliche Engagement junger Menschen. Die Studie zeigte, dass 39 % der jungen Menschen im vergangenen Jahr nicht an gesellschaftlichen Aktivitäten teilgenommen haben. Laut Olena Podobed-Frankivska bedeutet dies jedoch nicht zwangsläufig, dass es ihnen an Bereitschaft zum Engagement fehlt.
Ich denke, dass es in Wirklichkeit nicht darum geht, ob junge Menschen sich engagieren wollen oder nicht. Entscheidend ist vielmehr, ob sie wissen, wo und wie sie sich einbringen können. Deshalb ist es wichtig, darüber zu sprechen, ob zivilgesellschaftliche Organisationen – etwa die studentische oder schulische Selbstverwaltung – in der Lage sind, diejenigen aufzunehmen, die sich engagieren möchten,
erklärte sie.
Besondere Aufmerksamkeit galt im Gespräch den Migrationsabsichten junger Menschen. Den Ergebnissen der Studie zufolge haben sich 26 % der jungen Menschen noch nicht entschieden, wo sie ihre Zukunft aufbauen möchten. Nach Ansicht der Geschäftsführerin von NUMO ist für viele nicht der Wunsch ausschlaggebend, das Land zu verlassen, sondern die Suche nach Sicherheit, Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten.
Junge Menschen brauchen Klarheit über ihre Zukunft. Es ist wichtig, dass Gemeinden und Staat ihnen aufzeigen, welche Rolle sie in der Ukraine spielen können,
betonte Olena Podobed-Frankivska.
Außerdem wurde in der Sendung die Notwendigkeit hervorgehoben, die Jugendinfrastruktur auszubauen und wirksame Beteiligungsmechanismen sowie Unterstützungsangebote für zivilgesellschaftliche Initiativen zu schaffen, damit junge Menschen zu aktiven Mitgestalterinnen und Mitgestaltern des Lebens in ihren Gemeinden werden können.