Wie die Youth2Recovery-Konferenz die Grundsätze der NUMO-Erklärung bekräftigte

Am 24. Juni fand in Danzig die Konferenz „Youth2Recovery: Civic Engagement, Culture, Identity, and Shaping the Future of Ukrainian Communities“ statt. Als offizielle Nebenveranstaltung der Ukraine Recovery Conference 2026 brachte sie Vertreterinnen und Vertreter von Jugendorganisationen, Behörden, internationalen Partnern, Expertinnen und Experten sowie der Zivilgesellschaft zusammen. Ziel der Konferenz war es, die Rolle junger Menschen beim Wiederaufbau der Ukraine zu erörtern.

Während der Youth2Recovery-Konferenz diskutierten die Teilnehmenden über das bürgerschaftliche Engagement junger Menschen, die Entwicklung der Jugendpolitik, Kultur als Instrument zur Bewahrung der Identität sowie die Unterstützung ukrainischer Gemeinschaften im Ausland. Zudem stellte NUMO die Ergebnisse der Studie „Interessen und gesellschaftliches Engagement der ukrainischen Jugendlichen“ sowie die NUMO-Erklärung zur Entwicklung der Jugendpolitik vor.

Die Gespräche während der Konferenz bestätigten erneut, dass die Herausforderungen, vor denen der Jugendsektor heute steht, längst bekannt sind. Gleichzeitig bietet die NUMO-Erklärung konkrete Lösungsansätze, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

Wie die Youth2Recovery-Konferenz die Grundsätze der NUMO-Erklärung bekräftigte

Junge Menschen brauchen Möglichkeiten zur Teilhabe

Eines der Hauptthemen war die Beteiligung junger Menschen am Gemeinschaftsleben. Bei der Vorstellung der Studie wies NUMO darauf hin, dass 39 % der jungen Menschen im vergangenen Jahr nicht an gesellschaftlichen Aktivitäten teilgenommen haben. Gleichzeitig betonten die Teilnehmenden, dass das Problem häufig nicht in mangelnder Bereitschaft liege, sondern darin, dass junge Menschen oft keinen Ort hätten, an dem sie ihre Ideen verwirklichen können. In vielen Gemeinden fehlen Organisationen und Räume, in denen sich junge Menschen engagieren können.

Genau deshalb fordert die NUMO-Erklärung den Ausbau von Jugendzentren, Jugendräumen und Jugendorganisationen, damit junge Menschen mehr Möglichkeiten erhalten, sich am Leben ihrer Gemeinden zu beteiligen.

Junge Menschen müssen an Entscheidungsprozessen beteiligt werden

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussionen war die Beteiligung junger Menschen an der Gestaltung der nationalen und kommunalen Politik. Laut einer Studie von NUMO glauben nur 9 % der jungen Menschen, dass sie Einfluss auf Entscheidungen der lokalen Behörden nehmen können.

Die Teilnehmenden betonten, dass junge Menschen nicht nur angehört werden sollten, sondern echte Beteiligungsmechanismen benötigen. Deshalb schlägt die NUMO-Erklärung vor, Jugendpolitik gemeinsam mit jungen Menschen zu gestalten und die Rolle der Jugendräte im Entscheidungsprozess zu stärken.

Wiederaufbau umfasst mehr als Infrastruktur

Während der Konferenz wurde wiederholt betont, dass sich der Wiederaufbau der Ukraine nicht auf die Erneuerung der Infrastruktur beschränken darf. Er muss auch Bildung, Kultur, wirtschaftliche Chancen, Sicherheit und die Lebensqualität junger Menschen berücksichtigen.

Darüber hinaus wurde ausführlich über Migration, die Zukunftsperspektiven junger Menschen und die Notwendigkeit diskutiert, Bedingungen zu schaffen, unter denen junge Menschen ihre Zukunft in der Ukraine sehen.

Jugendpolitik erfordert systemische Lösungen

Die Teilnehmenden hoben außerdem hervor, wie wichtig die Unterstützung von Jugendinitiativen, der Ausbau der Jugendinfrastruktur und die Schaffung sicherer Räume in den Gemeinden sind. Während der Präsentation der Studie wurde darauf hingewiesen, dass für viele junge Menschen heute der Supermarkt oder eine Bank davor zum Treffpunkt geworden ist. Dies verdeutlicht den Mangel an Orten, an denen junge Menschen lernen, sich austauschen und ihre eigenen Ideen verwirklichen können.

Eine weitere wichtige Schlussfolgerung der Konferenz war, dass Jugendpolitik in alle politischen Entscheidungen einbezogen werden muss, anstatt als eigenständiger Politikbereich behandelt zu werden. Genau dieser Ansatz ist in der NUMO-Erklärung verankert. Sie schlägt vor, Beteiligungsmechanismen für junge Menschen auszubauen, Jugendinitiativen zu unterstützen und die Rolle der Gemeinden bei der Umsetzung der Jugendpolitik zu stärken.

Die Youth2Recovery-Konferenz hat einmal mehr gezeigt, dass die zentralen Herausforderungen der Jugendpolitik seit Langem bekannt sind. Nun gilt es, den Schritt von der Diskussion zum Handeln zu machen und konsequent Maßnahmen umzusetzen, die es jungen Menschen ermöglichen, eine aktive Rolle beim Wiederaufbau der Ukraine zu übernehmen.