Das französische Modell der institutionellen Unterstützung von Jugendorganisationen: eine Studie des NUMO-Teams aus der Region Ternopil

Die institutionelle Unterstützung von Jugendorganisationen ist ein zentraler Bestandteil der französischen Jugendpolitik. Dieser Ansatz ermöglicht es, festangestellte Mitarbeiter zu halten, einen stabilen Betrieb zu gewährleisten und die Ressourcen auf die Arbeit mit Jugendlichen zu konzentrieren, anstatt nach Finanzmitteln zu suchen. Im Ergebnis erhält der Staat zuverlässige Partner für die Umsetzung seiner Politik und die Organisationen Möglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung.

Genau dieses Modell hat das regionale Team von NUMO aus der Region Ternopil im Rahmen seiner Untersuchung der französischen Erfahrungen untersucht.

Die Rolle von Jugendorganisationen im System der staatlichen Politik

In Frankreich gelten Jugendorganisationen als vollwertige Partner des Staates und spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung staatlicher Programme. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Jugend und informelle Bildung (INJEP) sind mehr als 40 % der jungen Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren Mitglieder verschiedener Organisationen, was diesen Sektor zur massentauglichsten Form der Selbstorganisation von Jugendlichen macht.

Klassifizierung von Organisationen als Grundlage für Partnerschaften

In Frankreich gibt es kein separates Gesetz über Jugendorganisationen, jedoch sind die Klassifizierungskriterien klar definiert. Sie ermöglichen es dem Staat, den Grad der Partnerschaft zu verstehen und Finanzierungsmöglichkeiten zu bestimmen. Die Erfüllung der Kriterien eröffnet den Weg zur Teilnahme an staatlichen Programmen, zur Formalisierung der Zusammenarbeit und zur Einbeziehung in Entscheidungsprozesse.

Zu den wichtigsten Status gehören

  • Der Status JEP (Jeunesse et Éducation Populaire) bestätigt, dass die Organisation mit Jugendlichen arbeitet, demokratisch geführt wird und im Einklang mit den republikanischen Werten handelt.
  • Der Status RUP (Reconnaissance d'Utilité Publique) ist der Status einer gemeinnützigen Organisation mit hohen Standards in Bezug auf Transparenz, Gemeinnützigkeit und nachgewiesenen sozialen Nutzen. Seine Vergabe wird vom Staatsrat Frankreichs genehmigt und von der Regierung bestätigt.

Instrumente der institutionellen Unterstützung

Die Finanzierung von Jugendorganisationen wird vom Fonds für Zusammenarbeit in Jugendangelegenheiten, außerschulischer Bildung und gesellschaftlichem Leben (FONJEP) koordiniert. Seine Instrumente gewährleisten eine langfristige und systematische Unterstützung.

Die wichtigsten Mechanismen:

  • FONJEP-Stellen” – Bezahlung der Mitarbeiter

Der Fonds finanziert teilweise das Gehalt eines Mitarbeiters der Organisation. Im Jahr 2024 belief sich die Unterstützung auf 7.164 € pro Jahr, und der Mechanismus selbst gilt für drei Jahre mit der Möglichkeit einer Verlängerung auf bis zu neun Jahre. Eine solche Stelle können Organisationen mit JEP-Status erhalten.

  • Deckung der Betriebskosten

Organisationen mit RUP-Status können bis zu 50 % der jährlichen Finanzierung zur Deckung der Kosten erhalten: Miete, Buchhaltung, Verwaltung, Netzwerkmanagement. Die Verteilung der Mittel erfolgt durch FONJEP, die Finanzierung kommt direkt aus dem Staatshaushalt.

Offene Verwaltung und Transparenz

Die Verwaltung des Fonds erfolgt durch einen Verwaltungsrat, in dem etwa ein Drittel der Mitglieder Vertreter staatlicher Ministerien und der Rest Delegierte nationaler Jugendorganisationen sind. Diese Struktur ermöglicht es, die Interessen des Sektors zu berücksichtigen und die Transparenz der Mechanismen zu gewährleisten.

Jedes Jahr veröffentlicht der Fonds einen detaillierten Bericht. Im Jahr 2023 unterstützte FONJEP 9.078 Stellen in 5.562 gemeinnützigen Organisationen mit einem Budget von rund 65 Millionen Euro, von denen 51,8 Millionen Euro aus dem Staatshaushalt stammten.

Auf Anfrage senden wir Ihnen den vollständigen Text der Studie zu. Bitte wenden Sie sich dazu per E-Mail an: [email protected]