Wie Slowenien ein wirksames Modell zur Unterstützung junger Menschen aufgebaut hat: eine Studie des regionalen Teams der NUMO in Charkiw

Slowenien ist ein kleines Land mit 2,1 Millionen Einwohnern, aber gleichzeitig eines der Länder Europas mit dem konsequentesten System zur Unterstützung junger Menschen. Sein Modell verbindet eine gesetzliche Grundlage, starke Institutionen und reale Mechanismen zur Beteiligung junger Menschen auf allen Verwaltungsebenen.

Für das regionale Team von NUMO in Charkiw bot diese Studie die Gelegenheit zu sehen, wie ein kompaktes Land ein transparentes, effektives und nachhaltiges Jugendökosystem aufgebaut hat.

Jugendbeteiligung auf nationaler Ebene

Die Koordinierung der Jugendpolitik erfolgt durch den Regierungsrat für Jugendfragen (Svet Vlade RS za mladino) über die Regierungsbehörde Jugendamt (Urad RS za mladino). Der Rat setzt sich aus Vertretern von Ministerien und Jugendorganisationen zusammen, die an Konsultationen teilnehmen, Vorschläge für staatliche Programme ausarbeiten und deren Umsetzung überwachen.

Auf lokaler Ebene werden junge Menschen über nationale und kommunale Jugendräte einbezogen, darunter insbesondere der Youth Council of Slovenia. Sie beraten die Behörden, beeinflussen Haushaltsprozesse und initiieren Entscheidungen, die junge Menschen betreffen. Dieser Ansatz schafft ein Modell der Mitbestimmung, bei dem Jugendpolitik gemeinsam mit jungen Menschen und nicht nur für sie gestaltet wird.

Gesetzesreformen und neue Finanzierungsregeln

Ein wichtiger Schritt war die Reform des Gesetzes über Nichtregierungsorganisationen – Zakon o nevladnih organizacijah (ZNOrg), das 2018 verabschiedet wurde. Es aktualisierte die Regeln für die Finanzierung von NGOs, führte Transparenz, die obligatorische Veröffentlichung von Berichten und Anforderungen an die langfristige Nachhaltigkeit ihrer Arbeit ein.

Einer der wichtigsten Mechanismen wurde der Status v javnem interesu – für Organisationen, die im öffentlichen Interesse tätig sind. Er gewährt Steuervergünstigungen, Zugang zu Ausschreibungen und die Möglichkeit, bis zu 1 % der Einkommenssteuer der Bürger zu erhalten. Gleichzeitig müssen die Organisationen den Standards für Berichterstattung und Offenlegung entsprechen.

Das wichtigste Finanzierungsinstrument sind javni pozivi, also offene Ausschreibungen, über die staatliche Stellen, Kommunen und thematische Fonds Jugendorganisationen unterstützen. Im Jahr 2023 haben 212 Gemeinden in Slowenien rund 139,09 Millionen Euro für NGOs bereitgestellt, was die Bedeutung der lokalen Ebene bei der Gestaltung der Jugendpolitik unterstreicht.

Parallel dazu gibt es internationale und europäische Programme, darunter:

  • Active Citizens Fund / EEA & Norway Grants
  • ESF+ / Cohesion
  • Erasmus+ / MOVIT

Sie stellen zusätzliche Ressourcen für die Entwicklung von Jugendzentren, Partizipation und innovative Projekte bereit.

Institutionelle Unterstützung als Grundlage für Nachhaltigkeit

Slowenien nutzt aktiv institutionelle Zuschüsse, die nicht nur einzelne Initiativen, sondern auch die strategische Entwicklung und operative Nachhaltigkeit von Organisationen unterstützen.

Der Active Citizens Fund finanziert die Stärkung von Strukturen, die berufliche Weiterentwicklung von Teams und effektive Managementmodelle.

Solche Zuschüsse erfordern klare Strategien, messbare Ergebnisse und Audits, sorgen aber im Gegenzug für langfristige Stabilität von NGOs.

In den Jahren 2024–2025 wird der Civil Society Fund (Sklad za civilno družbo) eingerichtet – ein Instrument zur systematischen, mehrjährigen und gezielten Unterstützung der Zivilgesellschaft. Er wird Wettbewerbe, institutionelle Finanzierung und Kapazitätsaufbau kombinieren und Organisationen dabei helfen, aus dem Kreislauf kurzfristiger Zuschüsse auszubrechen.

Transparenz und Rechenschaftspflicht

Das slowenische Modell basiert auf Offenheit: Staatliche Fonds sind verpflichtet, Berichte zu veröffentlichen, und ihre Aktivitäten werden von Aufsichtsräten überwacht. Jährlich werden mehr als 10 Millionen Euro für die Unterstützung des Jugendsektors bereitgestellt, und alle Ergebnisse sind auf der Website Urad RS za mladino verfügbar.

Die slowenischen Erfahrungen zeigen, dass eine nachhaltige und wirksame Jugendpolitik entsteht, wenn institutionelle Unterstützung, offene Fonds und echte Mechanismen zur Beteiligung junger Menschen zusammenwirken. Ein solches Modell schafft starke Organisationen, aktive Gemeinschaften und eine stabile Zivilgesellschaft, in der junge Menschen Einfluss und Entwicklungsmöglichkeiten haben.

Auf Anfrage senden wir Ihnen den vollständigen Text der Studie zu. Bitte wenden Sie sich dazu per E-Mail an: [email protected]